Alle Beiträge von leamartin

NEU: »Literatur ist Aufruhr«

Die Digitalisierung revolutioniert unser Leben — und unser Schreiben. In ihrer Textsammlung »Literatur ist Aufruhr« gibt Lea Joan Martin einen Einblick in das, was sie als Literatin angesichts dieser Veränderung bewegt. In einer losen Kette aus Gedankenfetzen und literarischen Bruchstücken skizziert sie ihre Vision eines literarischen Schreibens, das nicht vorgefundene Formen füllt, sondern im Dialog mit der sich radikal verändernden Wirklichkeit nach einer eigenen Sprache sucht.

»Ich will eine Literatur, die nicht verfilmt werden kann, weil sie Regeln folgt, die sich dagegen sträuben.«

Lea Joan Martin: Literatur ist Aufruhr, Gedankenfetzen und literarische Bruchstücke, Softcover, 130 Seiten, ISBN 978-3-935401-24-1, 16 €, lieferbar seit 26.03.2024

NEU: Frauen erzählen von finanzieller Gewalt

In ihren eigenen Worten schildern betroffene Frauen, wie es dazu kam, dass sie finanziell übervorteilt wurden — von ihren Partnern und Ex-Partnern bzw. dem Vater ihrer Enkelkinder. Das gängige Vorurteil, nur wenig selbstbewusste, abhängige Frauen würden zu Opfern finanzieller Gewalt, wird eindrucksvoll widerlegt. Deutlich wird, dass die Täter oft eher auf Unterstützung des Staates und der Justiz rechnen dürfen, als die betroffenen Frauen, aus einem einfachen Grund: weil finanzielle Gewalt legitimiert wird durch eine patriarchale Tradition, die sich nicht nur in Köpfen von »Machos«, sondern auch in der »modernen« Erwartung ausdrückt, Frauen sollten, wenn sie Geld brauchen, einfach arbeiten gehen. Siehe auch: www.finanzielle-gewalt.de

Lea Martin: »Du mit deiner Scheiß-Altersarmut«. Frauen erzählen von finanzieller GewaltSoftcover, 126 Seiten, 16 €, ISBN 978-3-935401-22-7Joanmartin Literaturverlag Berlin, lieferbar seit 08.02.2024

NEU: Loblied der Unentschiedenheit (Gedichte)

Ob tiefgekühlte Forellen, ein stehen gelassener Weihnachtsbaum oder eine Taube, die sich im Bahnhof verirrt hat, die Gedichte von Lea Joan Martin entdecken in scheinbar alltäglichen Situationen die Poesie eines Alltags, den sie so überzeugend liebt, das es ansteckend ist. Die Lyrik lebt von liedhaften Rhythmen und der Lust an einer Freiheit, die nicht den eigenen Vorteil sucht, sondern soziale Verantwortung als Ausdruck existenzieller Verbundenheit sieht: mit anderen Menschen, inkl. ihrer Unzulänglichkeiten und Schwächen, mit Tieren, mit der Natur — und mit sich selbst. Der thematische Bogen erstreckt sich vom „Karussell der Liebe“ über den „liebeskranken Kühlschrank“ bis zum Leben mit Kindern, in dem „halbe Mütter“ versuchen, jenseits von patriarchalen „Heimat“-Ideologien ein „Zuhauseland“ zu schaffen. Das „Loblied der Unentschiedenheit“ als Schlüssel-Gedicht illustriert den Balanceakt, im Leben wie in der Kunst einen Ausdruck zu finden, der ernsthaftes Engagement mit humorvoller Leichtigkeit verbindet.

Die Lyrik von Lea Martin ist ein aufheiternder Weggefährte, der ein Lächeln auf die Lippen zaubert, über Besonderheiten und Entlegenes, Wichtiges und Unwichtiges, Veränderbares und Unabänderliches.

Lea Joan Martin: Loblied der Unentschiedenheit, Gedichte, Softcover, 100 Seiten, ISBN 978-3-935401-21-0, 14 €

NEU: Khalid Aouga: Im verborgenen Garten

Golden, wie die Sonne. Und wie das Herz, mit dem es geschrieben wurde. Neu wieder aufgelegt bei j:m:, die Lyrik »Im verborgenen Garten« von Khalid Aouga (Marokko/Düsseldorf).

»Das Herz scheint mir fast zu zerspringen beim Lesen. Fasziniert, bedrückt, eingefangen, abgestoßen, traurig, lächelnd – all das bieten mir die Zeilen in Khalid Aougas Poesie. Geben ist keine Tat. Geben ist eine Gabe — diese und viele andere Weisheiten stecken in diesem Buch«, schreibt Silvia Kling in ihrer Amazon-Rezension.

Khalid Aouga, 1973 in Marokko geboren. Lebt seit 1986 in Deutschland. Der Maler und Poet schreibt Prosa und Lyrik. aouga.wordpress.com/

Khalid Aouga: Im verborgenen Garten, Gedichte, 3. Auflage 2023, Softcover, 70 Seiten, 12 €, ISBN: 978-3-935401-20-3

Siehe auch die Lyrik-Postkarten von j:m: mit Motiven und Texten von Khalid Aouga.

»Wenn die Worte an ihre Grenzen stoßen, fangen die Herzen zu sprechen an – ich könnte so viele Zitate wiedergeben, die mich beim Lesen erstaunt zurück- , mich aufschreien, mich – ja – auch verzweifeln ließen ob meines Verlangens, dieses Buch zu vertausendfachen und es durch die Lande zu tragen. Die Welt ist nicht nur schön – auch nicht nur schlecht. Die Welt ist bunt. Khalid Aouga nutzt seine Kunst, um Menschen zu erreichen. Er schreit nicht, er wortweint, er zerfließt in Liebe.«

»Der Dichter lässt seine arabische Muttersprache zurück, um in der deutschen Sprache, so wie er sie vorfindet, aus der Klarheit seines Herzens zu singen. Den seelischen Reichtum und auch den seiner Bilder hatte er schon bei sich, als er nach Deutschland kam, aber die (gelegentlich holpernden) Reime, die an Hiphop erinnern, hat er hier aufgeschnappt. Das klingt leicht, manchmal nahezu leichtsinnig. Vor allem aber aufrecht. Die Themen machen klar: Ungerechtigkeit wird angeprangert und ein Miteinander zwischen den Menschen nicht nur eingefordert, sondern gelebt. Hier nimmt jemand den Kampf gegen die Übermacht falscher Götter auf und spielt mit Sprache, weil er die Poesie ernst nimmt und sie zum Blühen bringen will. Auf Deutsch. In seinem verborgenen Garten.« (Lea Joan Martin)

In Vorbereitung …

Aktuell bei j:m: in Vorbereitung sind:

Bücher und Posterpoem-Gedichthefte, die vorbestellt werden können:

»Herbstsommer«, Liebesgedichte aus sechzig Jahren von Adel Karasholi

»Wie mit dir«, Posterpoem von Lea Joan Martin

»Tangohimmel«, Roman von Silvia Teich

»Schulden aus Liebe«, Pionierarbeit von Elga Janßen

»Tango in Istanbul. Der Roman«, Lea Joan Martin

»Tango in Istanbul«, Kolumnen von Lea Martin

Die Liebesgedichte von Adel Karasholi (Leipzig/Damaskus) sind in Vorbereitung, können aber noch nicht vorbestellt werden. Ein Porträt des Dichters, der seit über 60 Jahren in Leipzig lebt und seine Gedichte auf Deutsch schreibt, sowie einige ausgewählte Gedichte sind in dem Buch »Überall und nirgends daheim« enthalten.

Projekte

Lese-Service Literaturladies

Ein Manuskript zu schreiben, ist das eine. Bis ein Buch erscheint, durchläuft es noch viele andere Stadien.

Das fertige Buch ist nur die Spitze des Eisbergs.

Es braucht viele prüfende Blicke und helfende Hände, bis ein Buch in die Welt kommt. Das betrifft sowohl den Text als auch seine Gestaltung und — ganz wichtig — das Äußere des Buchs. Wer sein Manuskript an einen der vielen Verlage übergibt, für die Bücher zu produzieren vor allem ein Geschäft ist, begibt sich als AutorIn mit Vertragsabschluss in ein Abhängigkeitsverhältnis, das mit Geld honoriert wird. Für alle, die selbst bestimmen möchten, wie ihr Buch aussehen soll und wie sie es wann wem vorstellen wollen, kann Selfpublishing eine Alternative sein. Für mich als Autorin und Verlegerin ist ausreichend Zeit zu haben eine entscheidende Größe. Terminpläne und Kreativität sind oft schwer zu vereinen. Daher arbeite ich in meiner künstlerisch-literarischen Arbeit ebenso wie bei der Buchproduktion weitgehend ohne Terminplan und Zeitdruck. Die Bücher von j:m: werden nicht »gemacht«, sondern sie dürfen wachsen, in dem Tempo, das sie — und diejenigen, die ihre Geburt begleiten — benötigen. Ich habe gelegentlich gehört, es sei befremdlich, einen Verlag als Geburtshaus für Bücher zu bezeichnen. Für mich trifft der Begriff genau das, was ich als Autorin brauche. Zeit, um mit meinen Büchern zu kommunizieren. Jedes Buch braucht seine eigene Zeit. Dass ich uns diese Zeit lassen kann, erlebe ich als ein Geschenk, das ich künftig auch mit anderen AutorInnen teilen möchte.

Kolumnen

Kleines Format, große Wirkung. Neben Lyrik sind Kolumnen bei j:m: zuhause, weil dieses Format per se Grenzen verwischt. Journalistische Neugier verbindet sich mit künstlerischem Experiment. Eine Sprache, die aus Reibung mit Realität entsteht, weiß um deren Relativität.

Hier geht es weiter zu den Tango-Kolumnen »Tango Dreams« und »Tango Sehnsucht«. Und hier zu den Kolumnen »Bei Papa gibt es immer Cola« sowie den Blog-Artikeln »Immer wieder Single.de«

»Bei Papa gibt es immer Cola!«

Lyrik-Postkarten

»Wenn Texte und Bilder miteinander tanzen,
entstehen meine Lyrik-Postkarten.«

Lea Joan Martin

Für ihre Lyrik-Postkarten hat Lea Joan Martin Auszüge ihrer Gedichte und Bild-Motive von CANVA verwendet. Die Gestaltung der Lyrik-Postkarten von Khalid Aouga wurde durch seine Bilder und den Lyrikband »Im verborgenen Garten« inspiriert.

Die Postkarten können einzeln bestellt werden, Stück: 1,50 €
Oder als Set von vier Postkarten für 5,00 €. Bei der Bestellung im Freitextfeld bitte einfach angeben, welche Postkarten es sein dürfen.

NEU: Die neuen Motive »weiterleben« sind unter diesem Link zu finden.

Set von Lyrik-Postkarten von j:m:
Motive nach Wahl, 4 Stück 5 €
Bitte die gewünschten Motive im Freitextfeld angeben


NEU: »Überall und nirgends daheim«

„Ausländische Autoren in der DDR? Wo es doch ohnehin kaum Ausländer gibt!“

So ungefähr war das Echo, als Lea Martin im Jahr 1992 anfing, nach ihnen zu suchen. Sie arbeitete damals für die von Ingeborg Drewitz gegründete Neue Gesellschaft für Literatur e. V. und hatte die Aufgabe übernommen, internationale AutorInnen aus der DDR dabei zu unterstützen, sich im Förderdschungel des westlichen Literaturbetriebs zurechtzufinden.

Und wider Erwarten, es gab sie doch. Ausländer. Ausländische AutorInnen. Vom arabischen Lyriker über die Tochter des ersten und ermordeten mongolischen Ministerpräsidenten bis zum fahnenflüchtigen US-Amerikaner: Aus allen Teilen der Welt schien ein/e VertreterIn in der DDR gelandet zu sein. Mit insgesamt dreizehn Autorinnen und Autoren aus zehn Ländern hat Lea Martin Gespräche geführt, teilweise über zwei Jahre hinweg. Adel Karasholi, Sodnomyn Zambaga, Victor Grossman. Ikbal Hassoon. Valeri Scherstjanoi. Salima Salih. Kedar Nath. José Pablo Quevedo. Sonia Solarte. Karim Al Asadi. Pham Thi Hoai. Tien Hung. Asteris Kutulas. Keine Namen, die in Bestsellerlisten auftauchen. Was Lea Martin an ihnen „studierte“, war das Verhältnis ihres Schreibens zu den Brüchen in ihrer Biografie.

DDR-Deutsche haben 1989 den Zusammenbruch ihrer Heimat erlebt. Lea Martin interessierte, ob und wie Brüche produktiv gemacht werden. Gerade weil die DDR kein Einwanderungsland und ein faktisches Asylrecht trotz Artikel 23 Abs. 3 der DDR-Verfassung kaum vorhanden war, sahen sich die wenigen ausländischen Intellektuellen in einer besonderen Situation. In ihrem Status teils privilegiert, teils ghettoisiert, zogen sie sich zurück oder wurden vorwärtsgetrieben zur Assimilation. Das Ideal des „proletarischen Internationalismus“ zwang Nicht-Deutschen, die am öffentlichen Leben teilhaben wollten, eine Ent-Nationalisierung auf, die nach der „Wende“ aufatmend zurück vollzogen wurde. 

In Interviews, Porträts und eigenen Texten der insgesamt dreizehn AutorInnen werden diese so vorgestellt, wie Lea Martin sie vor dreißig Jahren wahrgenommen hat. Der Buchtitel »Überall und nirgends daheim« ist dem Interview mit der irakischen Autorin Ikbal Hassoon entnommen. Die Gleichzeitigkeit eines scheinbar unvereinbaren Widerspruchs bringen vor allem die AutorInnen zum Ausdruck, für die »Heimat« auch im Plural funktioniert.

»Überall und nirgends daheim«. Internationale AutorInnen zwischen DDR und BRD. Lea Martin. Paperback, 248 Seiten, ISBN: 978-3-935401-19-7, 22 €, lieferbar seit 06.03.2024

»Diese Figur besitzt Strahlkraft«

Arrangement des Bücherflüsterers Jürgen Gielsdorf

Das schreibt der Blogger und Bücherflüsterer Jürgen Gielsdorf auf Instagram über Die Kommunistin:

»Dieses Buch von @leajoanmartin ähnelt dem berühmten Stein. Jener der ins Wasser geworfen wird. Neue Kreise. Neue Themen. Oder auch. Ein Glas Wasser und eine Magnesium Tablette hinein geben. Es sprudelt und braust. Das entspricht dem Temperament des Buches. Dieser Titel umfasst 174 Seiten. Die habe ich jetzt einmal atemlos hinter mir. «

»Ich verabschiede mich ungern von Stella. Diese Figur macht für mich den glänzenden Mittelpunkt des Buches aus. Unsicher. Nach dem Sinn von Politik, Philosophie und Liebe suchend. Verkürzt. Aber diese Figur besitzt Strahlkraft. Dieses Buch von Lea Joan Martin kommt mit 174 Seiten daher. Diese lösten bei mir ganz viel Kopfkino aus. Über Instagram habe ich etliche Menschen mit einer DDR Biografie kennen und schätzen gelernt. Gebrochen ist ein Wort das häufig fällt. Aus deren Schilderungen fand ich einiges in diesem Buch wieder. Mut und Kraft sind für mich zwei Worte. Die Kommunistin ist im Eigenverlag der Autorin erschienen. Dort finden sich weitere gehaltvolle Titel. Der mehr als gelungene Internetauftritt lohnt einen Besuch. Danke für diese Lektüre.«

Als erster hat #rat_krespel auf Instagram Die Kommunistin entdeckt, wenn auch mit gemischten Gefühlen, die er so beschreibt:

»Mich beeindruckt allein schon die Tatsache, dass Lea ihre Bücher in einem eigenen Verlag herausbringt und sich in ihren Texten auch mit Themen auseinandersetzt, die mir wichtig sind. Die Kommunistin ist nach Erzählungen, Gedichten und Kolumnen ihr erster Roman, 2021 erschienen, und hier gibt es den deutlichen Anknüpfungspunkt zu mir, denn es geht auch darum, wie Nachkommen von Opfern und Tätern des Nationalsozialismus mit dieser Tatsache umgehen können — vor allem, wenn sie eine Beziehung eingehen. Doch es geht in diesem Roman noch um viel mehr: das Frauenbild des Marxismus (wer immer da an Positives denkt, liegt falsch), der Weg weg von den Eltern, eine ungewollte Schwangerschaft und eine genauso ungewollte Abtreibung unter dem Druck des Partners, Rassismus … Und das ist für mich eine Kritik an dem Buch: Es will zu viel. Das ist vielleicht verständlich bei einem ersten Roman, aber war für mich dennoch deutlich zu spüren. Ich habe das Buch dann meiner Tochter zum Lesen gegeben, und ihr ist vor allem das Resultat aufgefallen, wenn man auf 175 Seiten so viele wichtige Themen unterbringen will: Die Personen werden zu Stereotypen, denn es kann nicht gelingen, auf so wenig Raum so vieles adäquat umzusetzen – da wird die literarische Figur schnell zum Träger einer Haltung oder einer Meinung. Wenn jetzt jemand denkt, ’na, dann sollte ich das nicht lesen!‘, würde ich aber dennoch widersprechen, denn ich finde, dass in dem Roman Potential steckt und #leajoanmartin wirklich etwas zu sagen hat. Und vor allem gefällt mir ihre Sprache. ‚Die Aufgabe von Kunst ist es, Fragen zu stellen. Wo die Antworten beginnen, endet die Kunst.’«