Aufruf zu einer Anthologie mit literarischen Texte über Sichtbarkeit, Verweigerung und digitale Barrieren
Profile, Avatare, Selfies, Videokonferenzen: Wer nicht gesehen wird, gerät leicht aus dem Blick. Doch nicht alle wollen oder können sich zeigen.
Für die Anthologie „Kamerascheu“ suchen wir literarische Texte von und über Menschen, die sich nicht gern fotografieren oder filmen lassen – aus Scham, Angst, Schutzbedürfnis, Überzeugung, Widerstand oder ganz eigenen Gründen – und die dadurch im digitalen Alltag auf Grenzen stoßen.
Was bedeutet es, wenn das eigene Gesicht fehlt? Wenn Kameras ausgeschaltet bleiben, Profilbilder leer sind, Sichtbarkeit verweigert oder vermieden wird?
Welche Folgen hat das – im Privaten, im Sozialen, im Beruflichen?
Wir laden Autor:innen dazu ein, diese Erfahrungen literarisch zu erkunden: in Erzählungen, Kurzprosa, Essays oder Gedichten. Gesucht sind Texte, die sich mit Unsichtbarkeit, Selbstschutz, Körperlichkeit, Kontrolle, Identität und digitaler Teilhabe beschäftigen – leise oder widerständig, persönlich oder fiktional, poetisch oder essayistisch.
Mögliche Leitfragen:
- Welche Gründe gibt es, sich dem Fotografiert- oder Gefilmtwerden zu entziehen?
- Welche Konsequenzen hat diese Entscheidung im digitalen Raum?
- Wann wird Unsichtbarkeit zur Barriere – und wann zur Strategie?
Mit „Kamerascheu“ möchten wir literarische Texte sammeln, die diesen Perspektiven Raum geben — Texte über das Recht, nicht gesehen zu werden, über digitale Normen und über Menschen, die sich ihnen entziehen.
Formate: Erzählungen, Lyrik, Kurzprosa, literarische Essays
Umfang: max. 7 Normseiten (1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen)
Einsendeschluss: 30.04.2026
Kontakt: info@leamartin.de
Jede Veröffentlichung wird mit fünf Frei-Exemplaren der Anthologie honoriert.