»Tango in Istanbul« erzählt von dem weiten Weg bis zum Start einer Reise, von der bis zuletzt unklar ist, ob sie stattfinden wird.



Tango Tanzende sind Reisende, die nicht ankommen. In »Tango Sehnsucht« habe ich von der Idee erzählt, ein Sabbatical zu nehmen, für eine Auszeit in Buenos Aires, dem Mekka der Tango-Liebenden. Ich hatte mir bereits eine AirBnB-Wohnung ausgeguckt und zog in Gedanken von einer Milonga zur nächsten, nahm Unterricht bei angesagten LehrerInnen, ließ mir von der schönen argentinischen Stadt den Kopf verdrehen. Und dann sah ich plötzlich noch einmal den zauberhaften Film Im Juli von Fatih Akin, der ein Pärchen — das noch keines ist — nach Istanbul führt, und alle Pläne schmolzen dahin. Diese Stadt, diese Brücke … dort wollte ich Tango tanzen. In Istanbul, früher Konstantinopel, wo der Tango den Menschen nicht in die Wiege gelegt wurde, sondern wo er sich durchboxt, allen kulturellen Widerständen zum Trotz.
Argentinischer Tango im Regierungsviertel Berlin, wie er auf dem Foto zu sehen ist, zeugt von der Sehnsucht, dem kalten Stein der Realität etwas entgegenzusetzen. Die Umarmung im Tango ist weich. Und flüchtig. Der Traum aber, der sie begleitet, geht über den Moment hinaus. Erste Kolumnen von »Tango in Istanbul« sind in »Männer, die Tango tanzen« enthalten und werden in der »Tangodanza« veröffentlicht.
Der Erscheinungstermin von »Tango in Istanbul« steht noch nicht fest.
